Zahnseide: Wie geht es?

Den richtigen Umgang mit der Zahnbürste erlernen die meisten Menschen bereits im Kindesalter. Was die Benutzung von Zahnseide angeht, ist das leider anders. Viele Erwachsene wissen deshalb nicht, mit ihr umzugehen. Wir erklären, wie die Zahnzwischenraumreinigung funktioniert. Aber bevor es damit losgeht, klären wir erst einmal die Vor- und Nachteile der Zahnzwischenraumreinigung mithilfe von Zahnseide.

Zahnseide: pro und contra

In den Zahnzwischenräumen sammeln sich gehäuft Bakterien und Keime. Um diese zu entfernen, ist die Zahnzwischenraumpflege wichtig. Wird diese vernachlässigt, kann an diesen Stellen sonst sehr leicht Karies oder auch Parodontitis entstehen. Die Folge sind dann Zahnschmerzen und unangenehme Behandlungen beim Zahnarzt.

Eine gewöhnliche Handzahnbürste ist für die Zahnzwischenraumreinigung ungeeignet. Ein bewährtes Mittel ist Zahnseide. Sie ist sehr gut dazu geeignet, Bakterien und Keime aus den Zwischenräumen zu beseitigen und bietet somit einen Schutz vor schmerzhaften Zahnerkrankungen und Ihren Folgen (u. a. Schmerzen, Mundgeruch und kostspielige Behandlungen beim Zahnarzt). Ihr größter Nachteil ist sicherlich, dass das Reinigen der Zahnzwischenräume mit den Zahnseidefäden für Ungeübte kompliziert und aufwendig ist. Vor dem Hintergrund der vielen Vorteile der Zahnseide, sollte man sich davon aber nicht abschrecken lassen. Und wie so oft im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister.

Eine elektrische Zahnbürste oder Schallzahnbürste ist bedingt durch Ihre Technik in Sachen Zahnzwischenraumreinigung zwar regelmäßig deutlich stärker als eine gewöhnliche Handzahnbürste. Denn sie erreichen die Zahnzwischenräume meist wesentlich besser, wie zum Beispiel die Philips Sonicare HX9336/25 Diamond Clean oder die Philips Sonicare HX8923/34. Aber auch bei ihrer Benutzung sollte zusätzlich Zahnseide verwendet werden.

Zahnseide benutzen: So geht es richtig

Wie beim Zähneputzen kommt es auch beim Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide auf die richtige Technik an. Und die funktioniert wie folgt: Sie nehmen sich ein etwa 40 bis 50 cm langes Stück Zahnseide. Das klingt erst einmal viel, aber schließlich soll für jeden Zahnzwischenraum ein frischer Abschnitt verwendet werden. Denn an dem Faden bleiben Bakterien und Zahnbeläge hängen, die nicht in den nächsten Zwischenraum gelangen sollen. Nun wickeln Sie das eine Ende mehrmals um den Zeige-oder Mittelfinger der rechten Hand und das andere um denselben Finger der linken Hand. Welchen Finger Sie wählen ist reine Geschmackssache. Im Zweifel probieren Sie beide Varianten einmal aus. Zwischen beiden Händen sollte auf diese Weise ein Fadenstück von etwa 5 cm Länge gespannt sein.

Nun beginnt der eigentliche Reinigungsvorgang. Falsch ist es, die Zahnseide in Längsrichtung vergleichbar mit einer sägenden Bewegung zwischen den Zähnen hindurch zu ziehen. Auch ruckartige Bewegungen sind nicht angebracht, um das Zahnfleisch nicht zu beschädigen. Richtig ist es hingegen, den Faden auf und ab zu bewegen. Dabei legen Sie den Zahnseidefaden wie ein U um einen der jeweils zwei Zähne, die zusammen den Zahnzwischenraum bilden. Danach legen Sie den Faden in der gleichen Weise auch um den zweiten Zahn. Bevor Sie dann die weiteren Zahnzwischenräume mit der gleichen Technik reinigen, wickeln Sie die Zahnseide neu um Ihre Finger, sodass Sie einen frischen Abschnitt zur Verfügung haben.

Wie oft sollte Zahnseide benutzt werden?

Einfache Frage, einfache Antwort: Einmal am Tag sollten die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Benutzung von Zahnseide kann man in zweierlei Hinsicht stellen. Erstens: morgens oder abends? Zweitens: vor oder nach dem Zähneputzen? Auf die erste Frage, lautet die Antwort: Es ist eigentlich egal. Sie sollten den Zeitpunkt für sich wählen, zu dem Sie mehr Zeit für Ihre Zahnpflege haben. Bei den meisten Menschen wird das abends sein und weniger während der vielfach herrschenden morgendlichen Hektik.

Bei der zweiten Frage gehen die Meinungen etwas auseinander. Denn es gibt für beide Varianten gute Argumente dafür und dagegen. Benutzt man erst die Zahnseide, werden Zahnbeläge gelöst und können hinterher beim Zähneputzen weggespült werden. Außerdem können die gereinigten Stellen gleich wieder mithilfe einer passenden Zahnpasta remineralisiert werden. Der Nachteil ist, dass durch das Zähneputzen erneut Bakterien in die Zahnzwischenräume gelangen können. Bei der umgekehrten Reihenfolge wird das Gebiss erst gründlich gereinigt, bevor es an die Feinarbeit mit der Zahnseide geht. Allerdings können dadurch gelöste Bakterien und Keime auf die bereits gereinigten Zahnflächen gelangen.

Unseres Erachtens dreht man sich bei dieser Diskussion im Kreis. Die Hauptsache ist doch, dass die Zahnzwischenräume überhaupt gereinigt werden: Deshalb machen Sie es so, wie es Ihnen sympathischer ist.

Ist Zahnfleischbluten ein Alarmsignal?

Im Anfang kann es zu Zahnfleischbluten kommen, wenn man beginnt mit Zahnseide die Zahnzwischenräume zu reinigen und bis zu dem Zeitpunkt keine verwendet wurde. Das ist völlig normal und unbedenklich. Nach ein paar Anwendungen verschwindet das Zahnfleischbluten dann wieder. Sollte das nicht der Fall sein, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber. Denn es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder benutzen Sie die falsche Technik, dann kann der Zahnarzt Ihnen Hilfestellung geben, oder es handelt sich tatsächlich um ein ernstzunehmendes Alarmsignal, dem der Zahnarzt auf den Grund gehen sollte.

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