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Weiße Zähne durch Zähneputzen mit Kokosöl?

In unserem Ratgeber zum Thema Hausmittel zum Zähneputzen haben wir unter anderem über das Thema Kokosöl berichtet. Dieses ist vor allem bei YouTube-Stars, Instagram-Models und sonstigen Internet-Sternchen in Form des Ölziehens sehr beliebt. Aber auch in vielen Internet Blogs, in der Presse und Co liest man über diese vermeintlich grandiose Methode für strahlend weiße Zähne. Aber bringt das Ölziehen wirklich weiße und gesunde Zähne? Wie funktioniert sie und was taugt sie? Diese und viele weitere Fragen rund um das Zähneputzen mit Kokosöl und das sogenannte Ölziehen möchten wir euch gerne erläutern.

Die Vorteile von Kokosöl

Der Trend um das Thema des Zähneputzens mit Kokosöl geht auf das Jahr 2012 zurück, als die Studie Coconut oil could combat tooth decay vom Society for General Microbiology folgendes feststellte: „Verarbeitetes Kokosöl ist in der Lage, die Karies verursachenden Bakterien anzugreifen. Es ist ein natürliches Antibiotikum, das in kommerzielle Zahnpflegeprodukte integriert werden könnte, sagen Wissenschaftler.“

Die Studie hat herausgefunden und belegt, dass die antibakterielle Wirkung von Kokosöl dazu beitragen kann, die kariesverursachenden Bakterien im Mundraum zu bekämpfen. Damit beugen sie Karies an den Zähnen vor, der durch eben diese Bakterien, die sich nach Mahlzeiten im Mund bilden, entsteht. Zwar gab es zuvor auch schon einige Studien in diese Richtung, aber diese war sozusagen der große Durchbruch und die Initialzündung für das Thema Kokosöl zum Zähneputzen.

Grund für die antibakterielle Wirkung des Kokosöles ist die in der Flüssigkeit enthaltene Laurinsäure. Diese ist wirksam gegen die Bakterienart Streptococcus mutans, besser bekannt als Steptokokken, sowie den schädlichen Hefepilz (Candida albicans). Laut den Forschern des Athlone Institute of Technology in Irland wirkt das Öl wie ein natürliches Antibiotikum. Sie können sich eine Zukunft vorstellen, in der Kokosöl im Kampf gegen Karies vermehrt zum Einsatz kommt.

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, wie ihr mit Kokosöl Zähneputzen könnt: Zum einen thematisiert die oben genannte Studie das klassische Zähneputzen mit Kokosöl, also als Zahnpasta-Ersatz. Und zum anderen könnt ihr Kokosöl als Mundspülung, das sogenannten Ölziehen, verwenden. Über beide Methoden sowie ihre Vor- und Nachteile werden wir euch im Folgenden genauer informieren.

Kokosöl als Zahnpasta-Ersatz

Die Forscher fanden in der oben verlinkten und genannten wissenschaftlichen Studie recht eindeutige Beweise für die positiven Auswirkungen des Kokosöls. Sie zeigt, dass Kokosöl bei der Vorbeugung von Karies hilft. Allerdings solltet ihr beachten, dass die Wissenschaftler explizit sagen, dass das Kokosöl keine Zahnpasta in der heutigen Form, erst recht keine Fluoridzahnpasta, ersetzen kann. Es ist aktuell also keine Empfehlung, eure Zahnpasta in den Müll zu schmeißen und ab sofort nur noch mit Kokosöl eure Zähne zu putzen.

Denn die Wirkung von Kokosöl ist aktuell nur in einer Studie und über kurze Zeit bestätigt. Nur weil einige Inhaltsstoffe des Öles Bakterienbelag auf den Zähnen bekämpft bzw. vermindern, heißt das noch lange nicht, dass ihr mit Kokosöl auch Karies gründlich genug bekämpfen könnt, damit langfristig keine Probleme auftreten. Bei der im Handel erhältlichen Zahnpasta mit Fluorid gibt es hingegen Studien, die die Langzeitwirkung erfolgreich untersucht haben und diese bestätigen. Auch von Zahnärzten und Co raten die Verwendung von Zahnbürste, im Idealfall natürlich eine Elektrische Zahnbürste oder eine Schallzahbbürste, samt hochwertiger Zahnpasta zu verwenden. Solltet ihr gerade mal keine Zahnpasta im Haus haben, weil diese alle ist und ihr noch keine nachgekauft habt, kann das Kokosöl aber schon als kurzfristiger Ersatz sorgen, damit ihr abends nicht mit ungeputzten Zähnen ins Bett gehen müsst. Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass ihr Kokosöl im Haus habt, was sicherlich per se nicht auf jeden Haushalt zutrifft.

Mundspülung mit Kokosöl


In vielen Internet Blogs und Co wird vom sogenannten Ölziehen, also einer Mundspülung mit Kokosöl geschwärmt. Dies ist auch durchaus berechtigt, denn in der fernöstlichen Medizin hat dies eine lange Tradition und wird dort seit mehr als einem Jahrtausend verwendet. Der Grund ist auch hier die antibakterielle Wirkung des Kokosöles, das bei der Mundspülung zur Mundhygiene beiträgt. Es gibt auch einige wissenschaftliche Studien, die genau dies belegen. Daher kann das Ölziehen sicherlich nicht verkehrt sein und trägt dazu bei, eure Zähne gesund zu halten und zu pflegen.

Aber wie funktioniert Ölziehen überhaupt? Ihr nehmt bei dieser Methode eine kleine Menge Kokosöl in den Mund und spült diese im Mund hin und her. Während eine normale Mundspülung mit im Handel erhältlichen Mitteln rund 30 Sekunden dauert, müsst ihr das Ölziehen mit Öl allerdings deutlich länger durchhalten. Die Empfehlung liegt bei 15 bis 20 Minuten. Das ist nicht nur ein Zeitfaktor – gerade in der heutigen Zeit, wo alle immer weniger Zeit haben – sondern auch durchaus eine kleine Überwindung. Denn sein wir mal offen und ehrlich: So lecker ist der Gedanke nicht, 20 Minuten Kokosöl im Mund hin und her zu spülen. Oder läuft euch dabei das Wasser im Mund zusammen?

Wie dem auch sei, einen Versuch kann es durchaus wert sein. Denn durch das Spülen gelangt das Kokosöl mit seiner antibakteriellen Wirkung auch wunderbar in die Zahnzwischenräume, wo ihr beim üblichen Zähneputzen mit der Zahnbürste vielleicht nicht so richtig gut herankommt, reinigen. Dort werden dann die Bakterien, die für Karies sorgen, vom Kokosöl weggespült und zudem auch noch bekämpft. Und es kann Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Zudem hat das Ölziehen auch noch den Vorteil, dass eure Zähne von Ablagerungen befreit und gereinigt werden. Dies verhilft unter Umständen zu etwas weißeren Zähnen. Ob das Ölziehen mit Kokosöl aber den Wundereffekt der strahlend weißen Zähne einhält, die dem Wundermittel an mancher Stelle angedichtet wird, halten wir eher für übertrieben. Durch jahrelange Ablagerungen und Verfärbungen gelb gewordene Zähne werden auch mit Ölziehen natürlich nicht wieder strahlend weiß. Aber es hilft sicherlich dabei, etwas für die Zahngesundheit und Zahnhygiene zu tun, was langfristig zumindest zu gesunden und mehr oder weniger weißen Zähnen beiträgt.

January 10, 2018

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