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Das ist der Zahnfeind Nr. 1

Bereits den kleinen Kindern wird durch die Phantasiewesen Karius und Baktus aus einem norwegischen Puppenfilm aus dem Jahr 1954 beigebracht, wie wichtig das regelmäßige und gründliche Zähneputzen ist. Der Film basiert auf dem in Norwegen im Jahr 1949 erschienenen Kinderbuch von Thorbjørn Egner mit dem gleichen Namen. Werden die kleinen Beißerchen nicht geputzt, entsteht Karies und es können verschiedene weitere Zahnkrankheiten auftreten.

Wie diese entstehen, haben wir auf dieser Seite bereits in verschiedenen Ratgebern erklärt. An dieser Stelle wollen wir aber noch einmal explizit auf den Zahnfeind Nr. 1 eingehen. Das ist, das weiß in der Regel jedes Kind, der Zucker. Aber warum ist das so, was ist das tückische daran und wie können Sie sich und Ihre Zähne schützen? Das und vieles mehr erfahren Sie in den folgenden Zeilen…

Was macht Zucker mit den Zähnen?


Nimmt man es ganz genau, ist nicht der Zucker der Stoff, der unsere Zähne angreift und zerstört. Das wissen alle Fans von Karius und Baktus natürlich genau. Denn falsch ist, dass der Zucker die Zähne zerfrisst. Das wird auch in der Geschichte um die kleinen Zahnfeinde richtig erklärt. Es sind stattdessen die kariesfördernden Bakterien – Karius und Baktus also. Sie fallen über den Zucker als Kohlenhydrat her und wandeln diesen in Säure um. Und genau diese Säuren sind es dann, die den Zahnschmelz indirekt attackieren und ihn schädigen. Denn sie sorgen dafür, dass der pH-Wert in der Mundhöhle sinkt. Zudem lösen sie Mineralien aus dem Schmelz der Zähne, die den Zahn eigentlich vor äußeren Angriffen schützen sollen.

Daher müsste es streng genommen heißen, dass eigentlich Säure der Todfeind der Zähne ist. Somit macht es prinzipiell auch keinen Unterschied, ob Sie etwas Zuckerhaltiges essen oder direkt die Säure über Lebensmittel aufnehmen. Diese kommt ebenfalls häufig in Lebensmitteln vor, z. B. in säurehaltigen Säften. Somit ist klar, dass ein mit Zucker angereicherter Fruchtsaft quasi (etwas überspitzt formuliert) das Todesurteil für unsere Zähne ist. Denn es ist unerheblich, ob die Säure in flüssiger Form direkt die Zähne umspült oder ob der Zucker erst beim Abbauprozess entsteht und dann die Zähne angreift.

Viel Zucker und Säure = viel Gefahr


Das Problem ist, dass heute in viel zu vielen Lebensmitteln Zucker enthalten ist. Der Speichel, der eigentlich die Aufgabe übernehmen soll, die Säuren im Mund unschädlich zu machen und so die Zähne zu schützen, kommt einfach nicht mehr hinterher, wenn ständig und von allen Seiten Zucker- und Säureattacken drohen. Er schafft es nicht mehr, den Zahnschmelz ausreichend zu mineralisieren.

Ganz schlimm ist es, wenn Sie über den Tag verteilt immer wieder Zucker zu sich nehmen, also z. B. immer mal wieder einen Schluck Cola trinken oder Süßigkeiten futtern. Denn dann werden die Kariesbakterien kontinuierlich mit immer wieder neuem Zucker versorgt. Die schädlichen Säuren bilden sich immer wieder neu und können die Zähne über einen langen Zeitraum kontinuierlich angreifen. Da gibt selbst der stärkste Zahn irgendwann auf, Karies und andere Zahnkrankheiten nisten sich ein. Die Folge sind dann die meist ungeliebten Zahnarztbesuche, bei denen gebohrt und die angegriffenen Zähne gerettet werden müssen – wenn dies noch geht. Daher sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt auch so wichtig, damit Probleme wie eben Karies frühzeitig entdeckt und beseitig werden kann, bevor der Zahn zu stark angefressen ist und eventuell nicht mehr gerettet werden kann.

Die Zuckerart ist egal

Es ist egal, welcher Art von Zucker aufgenommen wird. Jede Form des Zuckers ist ein Kohlenhydrat und dient den kariesfördernden Bakterien als Futter, um die gefährliche Säure zu bilden. Haushaltszucker, Traubenzucker und Fruchtzucker gehören zu den Ein- und Zweifachzuckern. Diese können von den Kariesbakterien im Mund besonders schnell aufgespaltet werden und so leicht großen Schaden anrichten. Daher ist es prinzipiell auch egal, ob Sie einen Bonbon mit Kristallzucker oder einen Apfel mit Fruchtzucker verspeisen. Wenn wir nur von den Zähnen ausgehen, haben beide ähnliche Konsequenzen. Dass der Apfel aufgrund seiner anderen gesunden Inhaltsstoffe besser ist als die Süßigkeit, steht hierbei auf einem anderen Stern. Für den gesamten Körper ist er daher unbedingt vorzuziehen. Nur auf die Zähne begrenzt betrachtet macht es eben keinen Unterschied.

Zucker ist heute in sehr vielen Lebensmitteln enthalten. Gönnen Sie sich mal den erschreckenden „Spaß“ und lesen sich die Zutatenlisten der im Supermarkt erhältlichen Lebensmittel durch. Sie werden kaum eines finden, in dem kein Zucker enthalten ist. Das ist nicht nur schlecht für die Zähne, sondern auch Ihren Körper. Zuckeraustauschstoffe wie Xylit, Sorbit oder Mannit sind hingegen besser. Denn sie können von den Kariesbakterien kaum aufspaltet werden. Daher tun sie nicht nur aufgrund der Kalorienzahl dem Körper und der Figur gut, sondern auch Ihren Zähnen.

So tun Sie Ihren Zähnen etwas Gutes

Wenn Sie Ihren Zähnen etwas Gutes tun wollen, aber nicht auf Zucker verzichten können oder wollen, dann sollten Sie nicht über den kompletten Tag verteilt immer wieder zu Süßigkeiten wie Bonbons, Schokolade und Co greifen. Stattdessen verzehren Sie diese in einer etwas größeren Menge an einem Stück – wenn Sie nicht komplett darauf verzichten wollen. Auf diese Weise werden die Zähne nur einmal von Zucker überrannt, können sich dagegen wehren und gut ist. Eine ständige Zuckerversorgung ist da viel ein größeres Problem. Daher gilt: Je häufiger Sie zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke zu sich nehmen, desto einfacher hat es die Karies.

Getrunken wird in der Regel häufiger als gegessen. Daher sollten Sie unbedingt auf zuckerfreie Getränke achten und nicht über den ganzen Tag verteilt Cola, Limonaden, Säfte und Co konsumieren. Dann tritt das gleiche Problem auf, wie mit der zuckerhaltigen Nahrung. Ganz schlimm wäre es, wenn Sie gesüßte Fruchtsäfte immer wieder mal über den Tag konsumieren. Gönnen Sie sich lieber ein Saft am Tag und trinken Sie die restliche Zeit Wasser. Das hat keinen Zucker und bildet damit auch keine Säuren. Zudem umspült es die Zähne und hilft dem Speichel beim Bekämpfen der Säuren, die die Zähne auffressen.

May 3, 2018

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